Der Weg ins Dojo, Teil 3 – Deine Entscheidung und eine Geheimtechnik

In diesem Artikel geht es um Deine grundsätzliche Haltung auf Deinem Weg in der Kampfkunst und als Bonus gibt es noch eine (für mich sogar DIE) Geheimtechnik oben drauf. Beginnen wir aber von vorne:

Jetzt bist Du Mitglied im Dojo, vermutlich noch in der Probezeit, aber Du bist drin. Jetzt gehst Du zweimal pro Woche ins Training und arbeitest daran, ein guter Kampfkünstler zu werden. Läuft doch gut, könnte man sagen.
…und dann komme ich mit einer solchen Rechnung:

Nehmen wir für Dich durchschnittlich an:
2 Trainingseinheiten pro Woche
2h Training pro Einheit
52 Wochen im Jahr

Das heisst:
4h Training pro Woche
208h Training im Jahr, das entspricht 8,66 Tage Training im Jahr

Hier stehen also ungefähr 8,7 Trainingstage einer Anzahl von 356,3 Tagen „Trainingspause“ gegenüber. Wenn Du mich fragst, erschreckend wenig, oder? Dazu kommt noch, dass Urlaub oder Krankheitstage nicht berücksichtigt sind.

Ich will Dich mit dieser Rechnung nicht entmutigen, sondern verdeutlichen, dass ein ernsthaft verfolgter Weg in der Kampfkunst nicht am Dojoeingang beginnt und dort nach zwei Stunden wieder endet. Kampfkunst bedeutet, in meinen Augen, sich jeden Tag neu dafür zu entscheiden, in allem was Du tust.

 Entscheiden bedeutet, sich von anderen Optionen zu „scheiden“. Ein Scheideweg spaltet sich auf und Du musst Deinen Weg wählen, während Du Dich von anderen Optionen trennst. Der Weg in der Kampfkunst ist, meiner Meinung nach, nur mit solchen Entscheidungen möglich.

  • Wegen eines Seminars kommst Du nicht mit auf dieses super Open-Air-Konzert?
  • Du kommst zur Geburtstagsfeier später, nur weil Du heute Abend wieder Training hast?
  • Wieso willst Du nichts von diesem leckeren Kuchen? Auf die Ernährung kannst Du nach dem Wochenende wieder achten.
  • Du hast das Computerspiel X immer noch nicht durch und willst bei Y wirklich nicht mit uns eine Onlinegilde aufbauen?

Viele in Deinem Umfeld werden es nicht verstehen.
Andere dagegen, die den gleichen Weg gehen, können Dir bestätigen, dass sich für sie hier gar keine wirkliche Wahl stellt. Wer ernsthaft der Kampfkunst folgt, der muss einfach.

  • Man geht in jedes Training
  • Man besucht, die ausgesuchten Seminare.
  • Man achtet auf sich und seine Lebensweise.

Diese Entscheidung musst Du jeden Tag aufs Neue treffen und es ist nicht immer einfach. Oft ist es einfacher, den leichteren Weg zu nehmen, schliesslich ist man an diesem Abend mal ganz besonders erschöpft. Aber genau dort zeigt sich, ob und wie Du dem Weg folgst. Wer dabei nicht aufgibt, wird automatisch erfolgreich sein.
Keep going!“, sagt Grossmeister Hatsumi immer.

Kampf-kunst beinhaltet „Kampf“. Blutige Auseinandersetzungen haben zur Entwicklung dieser geführt und nun können auch wir diese „Kunst“ betreiben. Heute kämpfen wir dabei in erster Linie gegen unseren „Inneren Schweinehund“ und gegen unsere schlechten Gewohnheiten. Wie viele dieser Gewohnheiten Du für Deinen Weg aufgibst und was Du als unwichtig aus Deinem Leben streichst, ist Deine Wahl. Es ist Dein und nur Dein Weg.

Nochmals zusammengefasst:

  1. Es liegt an Dir, Dich jeden Tag aufs Neue für die Kampfkunst zu entscheiden.
  2. „Fege und poliere“ Dein Leben, um schlechte Gewohnheiten abzulegen.
  3. Das Training endet nicht an der Dojotür.
  4. „Keep going!“ – Bleib dran und gib nicht auf.

Gambatte,
Matthias

PS: Wer die Geheimtechnik vermisst, sollte nochmal den Beitrag lesen und/oder geduldig weitertrainieren.

Ausblick:
Nach dieser eher übergeordneten Betrachtung der Einstellung zur Kampfkunst, werde ich im nächsten Beitrag deutlicher ins Detail gehen. Denn es ist ganz einfach: Keine Entscheidung bringt Dich weiter, wenn Du danach nicht handelst.

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